Stefanie Heimgartner sagte es deutlich: «Die Staustunden haben sich seit 2020 verdreifacht auf 65'535 im Jahr 2025. Wenn wir im Stau stehen, verdienen wir nichts.» Entlastungsprojekte seien deshalb wichtig. Aus diesem Grund plädierte sie auch für die Annahme des Strassenverkehrsprojekt in Suhr, kurz VERAS für Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr. «Wir müssen den Strassenausbau durchbringen. Wenn unsere Lastwagen stehen, verdienen wir keinen Franken.»
Mit überregionalem Charakter
Landammann Stephan Attiger nannte das rund 380 Millionen Franken teure Projekt in seiner Kurzansprache, ein «Gesamtverkehrsprojekt mit überregionalem und nationalem Charakter» und fügte an: «Es ist zentral, dass wir die Abstimmung vom 14.06.2026 gewinnen.» Die Abstimmung sei wichtig, damit die Zustimmung für weitere – auch nationale – Projekte in der Bevölkerung steige, zum Wohle aller Verkehrsteilnehmenden.
Wollen kein Schlafkanton werden
Weiter informierte er, dass der Kanton auch im 2025 ein Bevölkerungswachstum verzeichnete. Da der Aargau einen deutlichen Pendlerüberschuss verzeichne, sei man bestrebt, sich nicht zu einem reinen Wohn- und Schlafkanton zu entwickeln. Folglich solle das Wirtschaftswachstum gezielt gestärkt werden, um mehr Erwerbsmöglichkeiten vor Ort zu schaffen. «Genügend qualifizierte Fachkräfte haben wir im Kanton», so Stephan Attiger.
Stolz auf junge Fachkräfte
Passend dazu konnte Stefanie Heimgartner vermelden, dass alle 26 Kandidatinnen und Kandidaten im Jahr 2025 die Lehrabschlussprüfung im Strassentransport bestanden haben. Dies zeige nicht nur die hohe Qualität der Ausbildung, sondern auch das Engagement der Ausbilderinnen und Ausbilder sowie die Einsatzbereitschaft der Jugendlichen. Auch im innerschweizerischen Vergleich schneiden die Aargauer Lernenden sehr gut ab. Adrian Herzog hätte an den letztjährigen Schweizer Berufsmeisterschaften die beiden Aargauer Teilnehmenden im Strassentransport – Mike Roth (Sieger) und Sabrina Merz (4. Platz) – am liebsten auf den ersten beiden Podestplätzen gesehen. Im Gespräch mit Adrian Herzog betonte Mike Roth die Bedeutung der praxisnahen Ausbildung sowie die Unterstützung durch den Lehrbetrieb für seinen Erfolg. Beide hoffen auf zahlreiche Aargauer Anmeldungen im Strassentransport für 2027.
Politisch mit starker Stimme
Gallus Bürgisser, ASTAG Zentrale, berichtete, dass das Programm DRIVE IN für Quereinsteiger erfolgreich unterwegs sei. Weiter informierte er, dass derzeit drei Themen die politische Diskussion dominieren: die Weiterentwicklung der LSVA, die Elektromobilität und die Verlagerungspolitik. Er sei zuversichtlich, dass in allen Bereichen tragbare Lösungen ausgearbeitet würden. Das Engagement hinter den Kulissen zahle sich aus. «Eine hohe Mitgliederzahl verleiht uns Gewicht und grosse Glaubwürdigkeit bei Gesprächen mit der Politik.» Er erklärte, dass die Schweizer Verlagerungspolitik immer noch zu den besten zähle. «Allerdings fehlt es an ausreichenden Zulaufstrecken, sodass ein reibungsloser Betrieb nicht möglich ist.» Rund ein Viertel aller Züge falle daher komplett aus.
Traktanden
Verbandssekretärin Marianne Kamm konnte einen positiven Jahresabschluss verkünden, der vornehmlich aufgrund von Neumitgliedern und weniger Ausgaben zustande kam. Ausserdem genehmigten die 51 anwesenden Stimmberechtigten alle traktandierten Geschäfte, darunter Statutenanpassungen, die ohne Gegenstimmen angenommen wurden.
Rückblick und Ende offiziellen Teils
Bevor es zum gemeinsamen Nachtessen ging, resümierte Stefanie Heimgartner: «2025 war ein Jahr voller Naturgewalten, Grossanlässe und wichtiger Weichenstellungen für die Schweiz.» Anschliessend würdigte sie Markus Binder von Eugen Voser Transport AG, Präsident Fachgruppe Nahverkehr, für seine 15-jährige Vorstandstätigkeit und dankte allen Bildungsbeauftragten, Expertinnen, Experten, Mitgliedern und Sponsoren, die die Veranstaltung ermöglicht hatten. Zum Abschluss wünschte sie: «Alles Gute, frohe Ostern und unfallfreie Fahrt!»