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Medienmitteilung / Bern, 14. Oktober 2010
Nach dem NEAT-Durchstich: Am Gotthard geht die Arbeit für die Tunnelbauer nicht aus …

Durchstich im NEAT-Basistunnel
 
ASTAG-Medienmitteilung (PDF)

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG kann die Euphorie über den Durchstich im NEAT-Basistunnel am Gotthard nicht vorbehaltlos teilen. Zu sehr wurden die Transportunternehmen, Verlader und Konsumenten für die Finanzierung mit Abgaben belastet und teilweise sogar ruiniert. Zumindest etwas Freude herrscht jedoch, weil die Milliardenbeträge aus der Mineralölsteuer und der Schwerverkehrsabgabe jetzt schon bald für Strassenzwecke verwendet werden können. Die Tunnelbauer müssen jetzt sofort eine Etage höher mit den Bohrarbeiten für eine zweite Strassenröhre beginnen. Sie können dort ihre beeindruckenden Leistungen im Tunnelbau erneut unter Beweis stellen.

Nach dem euphorisch gefeierten Durchstich im NEAT-Basistunnel am Gotthard mag der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG nicht ins allgemeine «Hosianna der Staatspropaganda» einstimmen. Die Leistungen der Ingenieure und Mineure verdienen zwar Hochachtung. Zur Finanzierung des Milliardenprojekts wurden aber zahlreiche Transportunternehmen, Verlader und auch Konsumenten bis aufs letzte Hemd ausgenommen und teilweise ruiniert. Mit Abgaben, die so hoch sind wie nirgends in Europa, mussten (und müssen) sie Jahr für Jahr rund 1 Mia. Franken an das sogenannte «Jahrhundertbauwerk» und die weiteren FinöV-Projekte beitragen. Dahinter stecken viele schwere persönliche Schicksale, die im Loblied auf die NEAT leider bewusst ausgeblendet werden.

Weiterhin Arbeit für Tunnelbauer – in der zweiten Strassenröhre!

Freude herrscht trotzdem für einen kurzen Moment auch bei der ASTAG. Zweifellos wird die neue «Kathedrale in der Wüste» betriebswirtschaftlich nie rentieren. Die Verlagerungslüge der zuständigen Behörden wird trotz dem auf den St. Nimmerleinstag verschobenen Bau der Anschlüsse in Deutschland und Italien weitergehen. Zumindest rückt aber der Zeitpunkt näher, da der FinöV-Fonds ausläuft. Die Milliardenbeträge aus der Mineralölsteuer und der LSVA, die bisher zur Querfinanzierung für Bahnprojekte zweckentfremdet wurden, müssen dann endlich für Strassenzwecke verwendet werden – so wie es die Bundesverfassung vorschreibt. Dringliche Projekte gibt es genügend! Für ein erstes, wichtiges Bauvorhaben stehen nun auch die benötigten Fachkräfte zur Verfügung. Die Ingenieure und Mineure sollten sogleich mit den Bohrarbeiten für eine zweite Strassenröhre am Gotthard fortfahren. Wenigstens dieses Bauwerk würde einem Bedürfnis der Verkehrsbenützer entsprechen und vor allem den wichtigen Landesteil Tessin sicherer an die Schweiz anbinden.



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