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Medienmitteilung / Bern, 4. Februar 2010
SBB Cargo: Lieber später als nie auf die Erfolgsstrasse!

Die angestrebte Zusammenarbeit von SBB Cargo mit privaten Unternehmen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.
 
ASTAG-Medienmitteilung (PDF)

Die angekündigte Aufteilung von SBB Cargo in einen internationalen und nationalen Bereich ist ein erster, wenn auch sehr später Schritt in die richtige Richtung. Dank der angestrebten Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen kann endlich mehr Know-How aus der Transportbranche einfliessen. Notwendig ist jedoch, dass Behörden und Politik mit einer Trassenpreisreform und einer neuen Prioritätenregelung im Schienenverkehr rasch für bessere Rahmenbedingungen sorgen. Insgesamt muss es zudem Ziel bleiben, dass auch ein Bahnunternehmen ohne Subventionen Transportleistungen erbringen kann.

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG nimmt von der Ankündigung von SBB Cargo, neu einen nationalen und einen internationalen Güterbereich zu schaffen, erfreut Kenntnis. Nach Auffassung der ASTAG macht es Sinn, eine enge Kooperation mit privaten Transportunternehmen anzustreben. Dieser Schritt war längst überfällig. Dank dem fachlichen Know-How aus der Logistik, welches dadurch gewonnen wird, bestehen endlich Chancen, dass das internationale Geschäft von SBB Cargo auf die Erfolgsstrasse zurückkehrt. «Aufgrund der jahrelangen hohen Verluste war es ein längst überfälliger Schritt», kommentierte Adrian Amstutz, Zentralpräsident der ASTAG, die strategische Neuausrichtung.

Enge Kooperation mit Strasse auch im Schweizer Binnenverkehr
Fraglich scheint jedoch, dass im Schweizer Wagenladungsverkehr noch immer ein flächendeckes, teures und damit subventionsbedürftiges Angebot aufrechterhalten werden soll. Gerade in der Feinverteilung verfügt der Strassentransport über qualitative Vorteile (Flexibilität, Geschwindigkeit, Reichweite, Umwelt!), an die der Schienenverkehr nicht herankommen kann. «Es gilt deshalb ohne ideologische Scheuklappen zu bedenken, wie auch die Stärken des Strassentransports im Binnenverkehr noch besser genutzt werden können», fordert Michael Gehrken, Direktor der ASTAG. Dazu ist vor allem eine noch engere Kooperation mit privaten Transportunternehmen auch im nationalen Geschäft von SBB Cargo zu prüfen. Ein Ende muss hingegen in absehbarer Zeit die Subventionsjägerei haben. «Es geht nicht an, dass der Staat jährlich zig Millionen von Steuerfranken und zweckentfremdeten Strassen-Geldern in den Schienenverkehr pumpt», findet ASTAG-Zentralpräsident Adrian Amstutz.

Dringend notwendige Trassenpreisreform!
Zwingend notwendig ist ausserdem, dass die Politik und die zuständigen Behörden mit weiteren Massnahmen für bessere Rahmenbedingungen sorgen. Es braucht rasch eine Neuorientierung hin zu mehr Wettbewerb bei den Bahnen. In erster Linie muss umgehend eine Trassenpreisreform umgesetzt und die Prioritätenregelung zugunsten des Güterverkehrs geändert werden. Dabei ist auch zu gewährleisten, dass alle interessierten Strassentransporteure diskriminierungsfrei Zugang haben zum Schienennetz. Der sogenannte Service Public darf nicht nur einigen wenigen Key-Playern der Wirtschaft und der Branche vorbehalten bleiben.



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